Regelmäßige Bogenkontrolle – wichtig für Ihre Sicherheit und Ihre Schießergebnisse

Vorab eine Maxime, die jeder Bogensportler verinnerlichen sollte, nein verinnerlich MUSS:

Jeder Bogenschütze ist für sich und seinen Bogen verantwortlich!

Denn in der Regel liegt es nicht am Bogensport-Händler, auf den meist lauthals geschimpft wird, wenn dem Schützen irgendetwas um die Ohren fliegt. Ich spreche da als Trainerin und Händlerin aus Erfahrung. Darum werden meine Bogensportschützlinge und Kunden von mir immer und immer wieder darauf hingewiesen: Überprüfen Sie am besten vor jedem Training und jedem Wettkampf Ihr Material.

Gerade an einem Recurvebogen gibt es allerhand Zubehör, dass regelmäßig überprüft werden sollte.

Die regelmäßige Materialkontrolle am Bogen ist wichtig für die Sicherheit des Schützen und seiner Vereinskameraden, die neben ihm an der Schießlinie stehen.

Außerdem ist sie wichtig für die Schießergebnisse. Denn wenn irgendein Teil am Bogen locker sitzt, dann können auch die Pfeile nicht sauber fliegen.

Das Visier an einem Bogen ist extremen Belastungen ausgesetzt

Am Bogen gibt es viele Teile, die sich lockern können oder gar beschädigt sind. Ist der Bogen nicht in Ordnung, können sowohl der Schütze als auch sich unmittelbar in der Nähe aufhaltende Personen verletzt werden. Das kann durch eine Kontrolle folgender Komponenten oft verhindert werden:

  1. Die Wurfarme (bei Take-Down-Dögen)
    Sitzen die Wurfarme richtig in den Wurfarmtaschen? Bei Schraubverbindungen: sitzen die Schrauben ausreichend fest?
  2. Die Pfeilauflage
    Die Pfeilauflage ist ein Verschleißteil. Gerade die einfachen Kunststoffauflagen sollten öfter mal ausgetauscht werden. Daher sollte die Pfeilauflage vor jedem Training und auch bei unerklärlichen Abweichungen in der Flugbahn der Pfeile überprüft werden.
  3. Die Sehne
    Die Sehne sollte immer mindestens 10 Umdrehungen eingedreht sein und darf keine Beschädigungen aufweisen. Auch die Enden- und Mittenwicklung sollte in Ordnung sein. Ist bei einer Sehne ein Sehnenstrang gerissen, darf damit auf gar keinen Fall weiter geschossen werden. Solch eine Sehne muss sofort ausgetauscht werden, da jeder weitere Schuß zum Reißen der Sehne führen kann. Und das endet in der Regel mit Verletzungen – im günstigsten Fall „nur“ mit Blutergüssen oder blauen Flecken. Überprüfen Sie auch gleich die Standhöhe und passen Sie diese gegebenenfalls an.
  4. Das Visier
    In der Regel ist das Visier am Bogen angeschraubt. Da es nach vorne über den Bogengriff hinausragt, muss es extrem große Energiemengen und viele Vibrationen verkraften. Dadurch lockert sich mit der Zeit auch die beste Schraubverbindung. Ein Visier muss immer wieder festgeschraubt werden. Meist liegt es am Visier, wenn der Bogen klappert. Daher immer alle Schrauben am Visier überprüfen, auch die Befestigung des Auslegers. Schont auch das Material, denn oft überlebt das Visier (oder der Korntunnel) nicht, wenn es vom Bogen „abspringt“ und auf dem Boden aufschlägt.
  5. Die Stabilisatoren
    Was gerade bereits über das Visier geschrieben wurde, gilt auch für die Stabilisatoren. Machen Sie es sich zu Gewohnheit, diese auch während eines Trainings ab und zu mal auf festen Sitz zu prüfen.
  6. Weitere Schrauben
    Es gibt noch weiterer Bogenzubehör (Klicker, Button, Bogenköcher) die mit Schrauben befestigt werden oder bei denen Schrauben Bestandteile sind. Auch hier ist es sinnvoll, regelmäßig alle Schrauben auf festen Sitz zu überprüfen. Um diese bei Bedarf festziehen zu können, sollte Ihre Bogentasche natürlich passendes Werkzeug enthalten. Es gibt praktische Tools, die platzsparend nahezu alle Schlüssel enthalten. Falls Sie noch keins haben: am besten schenken lassen!

Fazit: Nehmen Sie sich, bevor Sie mit Ihrem Bogen schießen, die Zeit, immer erst eine Materialkontrolle Ihres Bogens durchzuführen. Ihre Gesundheit, die Unversehrtheit Ihrer Teamkollegen und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken!

Nach der Bogenüberprüfung lässt es sich entspannt schießen

Zum Thema Materialkontrolle der Pfeile finden Sie hier Informationen und Tipps.

Text und Fotos: © Martina Berg

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