Noch mehr Pfeilbruchgesetze – warum, wann und wie Ihre Pfeile garantiert brechen

Ergebnisse von Robin-Hood-Schüssen – Foto: © Martina Berg (Bogensport Deutschland)

Die ersten 10 Paragraphen von Murphys Pfeilbruchgesetze habe ich Ihnen ja bereits vor einiger Zeit vorgestellt. Hier können Sie diese lesen.

Heute nun der zweite Teil, der Ihnen erklärt, warum, wann und wie Ihre Pfeile garantiert brechen werden:

§ 11 – Gebüschtreffer
Auch wenn das Ziel größer ist, als der Reisighaufendas Gebüsch daneben, geht der Pfeil sicher in das Gebüsch.
§ 11 a – Pfeile, die ins Gebüsch geschossen werden, zerbrechen nur dann in tausend Fetzen, wenn sie mit entsprechend starken Bögen abgeschossen werden.
§ 11 b – Aber auch mit einem schwachen Bogen geschossen wird der Pfeil im Gebüsch zerbrechen.

§ 12 – Baumtreffer
Und ist der Baum auch noch so schmal, der Pfeil der trifft ihn allemal. Und ist der Pfeil dabei heil geblieben, steckt er so hoch im Baum, dass man ohne Leiter nicht drankommt. Beim Versuch, ihn trotzdem zu bergen, wird er natürlich zerbrechen.
§ 12 a – Wenn dann der Bogen genug Dampf hat, kann man auch sicher sein, dass der Schaft hinter der Spitze abbricht.
§ 12 b – Bäume sind in der Lage, blitzschnell in die Schussbahn zu springen (s.o.). Hier gilt: je unscheinbarer der Baum, desto agiler ist er.
§ 12 c – Ein netter Baum versucht den Pfeil zu fangen, ein boshafter Baum versucht den fliegenden Pfeil im Vorbeifliegen kaputtzuschlagen.
§ 12 d: Es gibt keine netten Bäume.

§ 13 – Wenn ich auf 25 m bergab durch den Wald zufällig ein kleines Ziel treffe, ist es eigentlich so gut wie unmöglich, dass mein Partner meinen in diesem Ziel steckenden Pfeil trifft. Wie gesagt: eigentlich! Dies gilt auch für Pfeile, die weit weg vom tatsächlichen Ziel stecken.

§ 14 – Besonders wertvolle, weil teure, arbeitsaufwendig gefertigte Pfeile haben ofrt sogenannte Suchspitzen, die auch in einem völlig schotterfreien Parcours zielsicher den einzigen Stein finden.

§ 17 – Ersatzteile / Pfeilkomponenten
Egal ist völlig egal, wie viele Ersatzteile Sie für ein Turnier oder einen Parcoursbesuch einpacken, Sie werden genau das benötigen, welches Sie nicht dabei haben.
§ 17 a – Sollten Sie dieses Teil dennoch mithaben oder ein Schützenkollege kann damit dienen, passt es sicher nicht zu Ihrer Ausrüstung.

§ 18 – Sollte Ihr Pfeil den Schuss wider alle oben genannten Gesetze und Paragraphen völlig intakt überlebt haben, dann finden Sie ihn mit einem lauten „Knack“ durch drauftreten wieder.

§ 19 – Das war dann auch garantiert der letzte intakte Pfeil, den Sie an diesem Tag noch übrig hatten.

§ 20 – Stellt ein Hersteller und alle namhaften Testberichte einen Schaft als unkaputtbar dar, sind Sie bestimmt der Einzige, der das Gegenteil beweisen kann. Leider bringt Ihnen das nichts.

§ 21 – Überlebt Ihr Pfeil einen Frontalaufprall mit einem harten Gegenstand, fällt Ihnen erst beim nächsten Auszug mit diesem Pfeil auf, das er so merkwürdig krumm ist. Durch das Adrenalin, das Sie ausschüttet haben, nach dem Sie fast mit diesem angebrochenen Pfeil geschossen hätten, versauen Sie sich den nächsten Schuss (falls es nicht Ihr letzter Pfeil war).

§ 22 – Neue Stramitscheiben und andere Zielscheiben
Eine Stramitscheibe ist erst dann korrekt eingeschossen, wenn eine bestimmte Zahl Spitzen in ihr verschwunden sind.
§ 22 a – Um eine Stramitscheibe schneller einzuschießen, sollte man darauf achten, dass sie stets richtig gut durchfeuchtet ist und auf die Schmierung der Pfeile verzichtet wird.
§ 22 b – Bei einer korrekt eingeschossenen Stramitscheibe dienen die enthaltenen Spitzen dazu, besonders die guten Pfeile des Schützen auszusortieren.
§ 22 c – Das Sicherstellen des korrekten Einschießens der Scheibe geschieht durch einen zufällig vorbeikommenden Schützen mit einem besonders teuren Pfeil.

§ 23 – Alte Zielscheiben
Ist die Scheibe alt, checken Sie unbedingt kurz das Zentrum, vor allem, wenn es hinter der Scheibe eine Senke zum Teich gibt.
§ 23 a – Haben Sie dies nicht gecheckt, sehen Sie, wie gut Ihre Pfeile schwimmen.
§ 23 b – Dies gilt auch für Steine oder Felsen hinter der Scheibe.
§ 23 c – Und tiefe, nahezu unerreichbare Abgründe.

§ 24 – Geht der verlorene Pfeil nicht zu Bruch und wird nach längerer Suche wieder gefunden,  steckt er unter einem mindestens 3 Meter breiten Schwarzdorn-, Rosen- oder Brombeergebüsch.

§ 25 – Erst nach dem Bergen (wenn Sie zahllose, schmerzhafte Kratzer davongetragen haben)  stellt sich heraus, dass der Pfeil doch kaputt ist.

Murphys Pfeilbruchgesetze

 

Ein Kommentar

  1. Richtig gut geschrieben und mitten aus dem (Bogenschieß-)Leben. Im großen und ganzen ist das die Zusammenfassung aus meinen langjährigen BogenErfahrungen 😉 Da geht kein Weg daran vorbei, da muß sicherlich ein jeder durch. Klar, jeder auf seine Weise. Das Resümee: niemals aufgeben – üben, üben und nochmals üben. Wenn es dann irgendwann mal richtig ‚knüppeldick‘ kommt, vielleicht in Erwägung ziehen mal bei einem guten BogenTrainer vorbeischauen und Schießstil und Ausrüstung überprüfen lassen. Die Bögen und Pfeile mögen noch so teuer sein, die Preisklasse der Ausrüstung alleine trifft nicht ins Ziel. Ein gutes Setup (Ausrüstung sowie auch mental) führt zum Erfolg. Alle ins Kill.

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