Bogensport-Lexikon: von Pfeilröhre bis Recurvebogen

Wir veröffentlichen auf diesem Blog in loser Folge Teile unseres Bogensport-Lexikons, das Sie als E-Book direkt hier über Amazon kaufen können.

Bogenschießen ist eine der technisch anspruchsvollsten aber auch faszinierendsten Sportarten. Gerade für Anfänger sprechen Bogenschützen oft eine eigene, verwirrende Sprache: Spinewert, Auszugslänge, Zuggewicht, Berger-Test, Einnocken … was ist das nur alles?

Diese und zahlreiche weitere Begriffe aus der Welt des Bogensports erklärt kurz und knapp aber verständlich und illustriert unser Bogensport-Lexikon. Es ist nicht nur Bogensport-Einsteiger gedacht. Auch gestandene „Bogner“ werden hier noch manche für sie neue Information finden.

Pfeilröhre: Die verstellbare Röhre eignet sich ausgezeichnet zum Transport von Pfeilen.

Pfeilsuchgerät: Metall-Detektor, der dabei hilft, einen Pfeil im Gras oder ähnlichem Bewuchs wieder zu finden. Kann bei Holz- und reinen Carbonpfeilen natürlich nur auf die Metallspitze ansprechen.

Pfeilzähler: Ein praktisches Hilfsmittel um die Anzahl der geschossenen Pfeile zu ermitteln.

Pfeilzähler – Foto: © Martina Berg

Pfeilzieher: Greifhilfe, meist aus Gummi, die es ermöglicht, leichter und ohne abzurutschen einen Pfeil aus einer Scheibe herauszuziehen.

Pfund: Im Bogensport wird in engl. Pfund (engl. pounds, lbs) gerechnet! Ein englisches Pfund entspricht 453,59 Gramm.

Pin: Durch Aufstecken von passenden Pin-Nocks werden sog. Robin Hood Schüsse verhindert. Der am Ende stark zulaufende Kegel erlaubt kein Eindringen des nachfolgenden Pfeils.

Pistolengriff: Bogengriff, der im oberen Teil stärker eingebuchtet ist.

Pistolengriff eines Recurvebogens – Foto: © Martina Berg

Pivot-Point: Bezeichnet in der Bogentechnik den Drehpunkt, um den der Bogen gedreht werden kann, aber auch den Schwerpunkt oder auch Gleichgewichtspunkt. Beim Bogen ist es der Punkt bezogen auf die Längsachse, bei dem sich der Bogen in der Waage hält. Dieser Punkt sollte idealerweise mit der tiefsten Stelle am Griff (Pivot-Point) übereinstimmen. Der Button sollte sich dann genau oberhalb dieses Punktes befinde. Um die Differenz des Abstandes des Buttons zum Pivotpoint auszugleichen, muss der untere Wurfarm getillert werden. Siehe: tillern

Primitiv- oder auch Langbogen: Man unterscheidet zunächst zwei Arten (englische und amerikanische) von Langbögen nach deren Bauart und Herkunftsweise. Bei den englischen Langbögen handelt es sich bei dem verwendeten Holzmaterial meist um Eibenholz und der gesamte Bogen weist einen stark D-förmigen Bogenarmquerschnitt auf. Manche haben ein sogenanntes Schuss- oder auch Bogenfenster. Andere hingegen nicht. Hierbei wird der Pfeil über die obere Handkante der Bogenhand geschossen. Die Bögen, die ein Bogenfenster haben, verfügen über ein Shelf. Dieses ist der untere Teil des Schussfensters auf den der Pfeil aufgelegt wird. Der Griff ist meist mit einem Lederband umwickelt.

Zwischen dem Primitiv-Bogen und dem Langbogen bestehen fließende Übergänge. Moderne Langbogen bestehen meist aus laminierten Holzstreifen oder mit auf- oder eingelegten Kunststoffen. In der Regel handelt es sich hierbei um Glasfaserlaminate für den Belag auf der Vorder- und Rückseite. Im traditionellen Bogenbau wird der Bogen aus einem Stück Holz gefertigt. Ebenso ist die Sehne aus diversen Naturmaterialien gefertigt. Die verwendeten Hölzer in Europa sind Eibe, Akazie, Ahorn oder Esche.

Wer einmal seinen eigenen Bogen bauen möchte, sollte hier einen erfahrenen Bogenbauer aufsuchen, um mit ihm zusammen das richtige Material auszusuchen und die einzelnen Herstellungsschritte mit ihm durchgehen.

Rechts gewundene Feder: Feder vom rechten Flügel eines Vogels.

Rechtsschütze / Rechtshandschütze: Der Rechtshandschütze zieht mit der rechten Zughand die Sehne und hält mit dem linken Arm den Bogen.

Rec.: Abkürzung für Recurve.

Recurve: Ende des Wurfarms, das sich im Zeitpunkt des Lösens vom Schützen wegbiegt. In diesem Teil des Bogens wird beim „arbeitendem“ also mitbiegendem Recurve die meiste potentielle Energie gespeichert. Beim starren Recurve wird lediglich durch den Hebeleffekt eine zusätzliche Beschleunigung erreicht.

Recurve – Foto: © Martina Berg

Recurvebogen: Der Recurvebogen verdankt seinen Namen dem englischen Begriff recurve was übersetzt zurückgebogen bedeutet. Dieses bezieht sich auf die gebogene Form der Wurfarme. Der Bogen besteht aus mehreren Einzelteilen wie den Wurfarmen, dem Mittelstück, der Pfeilauflage und der Sehne. In der olympischen Form kommen noch Visier und Stabilisatoren hinzu. Da durch die zurückgebogenen Wurfarme mehr Energie erzeugt wird, erhöht sich zwangsweise der Wirkungsgrad und die Pfeilfluggeschwindigkeit erhöht sich gegenüber dem Langbogen um ein Vielfaches. Da die Sehne beim Recurvebogen auf den Wurfarmen liegt (beim Langbogen schwingt die Sehne freischwebend) dämpft sie beim Abschuss den sog. Handschock. Ebenso werden die auftretenden Schwingungen durch ein exakt eingestelltes Stabilisatorensystem gemindert.

Wird fortgesetzt!

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