Bogensport-Lexikon: von Reflex bis Scheibennagel

Wir veröffentlichen auf diesem Blog in loser Folge Teile unseres Bogensport-Lexikons, das Sie als E-Book direkt hier über Amazon kaufen können.

Bogenschießen ist eine der technisch anspruchsvollsten aber auch faszinierendsten Sportarten. Gerade für Anfänger sprechen Bogenschützen oft eine eigene, verwirrende Sprache: Spinewert, Auszugslänge, Zuggewicht, Berger-Test, Einnocken … was ist das nur alles?

Diese und zahlreiche weitere Begriffe aus der Welt des Bogensports erklärt kurz und knapp aber verständlich und illustriert unser Bogensport-Lexikon. Es ist nicht nur Bogensport-Einsteiger gedacht. Auch gestandene „Bogner“ werden hier noch manche für sie neue Information finden.

Reflex: Von einer reflexen Bogenform spricht man, wenn sich der Bogen im entspannten Zustand vom Schützen wegbiegt. Gegenteil des deflexen Bogens. Der Bogen ist beim Abschuss nicht so aggressiv und deshalb langsamer und oft etwas genauer.

Reflex / Deflex: Kombination aus Reflex und Deflex in einem Bogen; meist in der Form, dass die Enden Reflex sind, das Mittelteil aber Deflex. Der Bogen hat, von der Seite gesehen, eine Doppel-S-Form. Deflexe Mittelteile „verschenken“ zwar Leistung, sind aber sicherer zu spannen und liegen ruhiger in der Hand. Der Bogen schießt sich weniger „aggressiv“.

Release: Mechanisches Lösegerät, das ausschließlich von Compoundschützen benutzt wird.

Release

Reuegeld: Schadensersatzzahlung an einen Veranstalter. Bei Turnieren und ähnlichen Veranstaltungen wird oft ein Reuegeld eingefordert. Dieses kann niedriger, gleich oder höher als das Startgeld sein, oft gilt: „Startgeld ist Reuegeld“. Das bedeutet, dass bei Absage einer verbindlichen Anmeldung das bereits gezahlte Startgeld nicht zurück erstattet, sondern als Reuegeld einbehalten wird. Eine solche Vorgehensweise ist rechtmäßig, wenn dies bereits bei Anmeldung (=Vertragsabschluss) bekannt ist. Mit dem Reuegeld wird der Veranstalter für die (im Falle der Absage) vergeblichen Vorbereitungsaufwendungen (für den Absagenden) entschädigt.

Rückenköcher: Köcher für den traditionellen Bogenschützen der auf dem Rücken getragen wird. Werden hauptsächlich handgefertigt.

Robin-Hood-Schuss: Treffer eines Pfeils in die Nocke eines anderen, der in der Scheibe steckt. Nach der Legende bewies Robin Hood mit einem solchen Schuss seine Schießkunst.

Sammlung von „Robin-Hood-Schüssen“ – Foto: © Martina Berg

Rohschaft-Test oder auch Blankschaft-Test: Test, bei dem mit einem unbefiederten Pfeil geschossen wird. Soll zeigen, ob der gewählte Spinewert der richtige ist und ob die Nockpunktüberhöhung stimmt. Stimmt der Spinewert und ist die Nockpunktüberhöhung korrekt, steckt der Pfeil auch ohne Federn gerade in der Scheibe in oder in unmittelbarer Nähe einer Pfeilgruppe. Zum Bestimmen des optimalen Spinewerts schießt man eine Serie Rohschäfte mit unterschiedlichem Spine.

Rotte: Gruppe, die gemeinsam bei einem Turnier schießt.

Schaft: Ein Pfeil ohne Nocke, Spitze und Befiederung. Die Stärken sind meist in Zoll/Inch angegeben. Gebräuchlich sind, je nach Zuggewicht, drei Schaftstärken: 5/16 (8 mm), 11/32 (9 mm) oder 23/64 (9,5 mm). Bei Aluminiumschäften wird die Schaftstärke mit einer vierstelligen Zahl angegeben, z. B. 1816. Die „18″ steht dabei für den Außendurchmesser des Pfeils, gemessen in 00/64 Zoll, während die „16″ die Wandstärke des Pfeils in tausendstel Zoll angibt. Siehe auch Spine-Wert.

Schaftgewicht: Eigengewicht der Schäfte, meistens angegeben in Grain. Die Pfeile eines Bogens sollten alle gleich schwer sein, da sonst eine große Streuung in der Höhenlage entsteht. Schäfte mit höherem Gewicht sind langsamer, übertragen aber mehr Energie.

Schaftmaterial: Für traditionelle Pfeile: Holz, Zitterpappel, Zeder, Kiefer, Lärche, Esche oder Bambus. Ansonsten Aluminium, Kohlefaser, oder Verbundwerkstoffe (Alu/Karbon).

Scheibe: Zielscheibe aus verpressten Strohstreifen. Umwickelt mit einem hochwertigen verzinkten Metallband. Erfüllt die Anforderungen der WA.

Scheibenauflage: Papier mit Bildern oder Zeichnungen von Tieren, das auf der Zielscheibe befestigt wird. Das Treffen einer bestimmten Einteilung hat eine bestimmte Wertung zur Folge.

Scheibenauflage „Ente“ – Foto: © Martina Berg

Scheibenauflage WA: Papier mit unterschiedlichen farblichen Ringen mit den Werten eins (1) bis zehn (10). Von außen nach innen in folgenden Farben: weiß, schwarz, blau, rot und gelb (Gold).

Scheibenauflagen WA/FITA

Scheibennagel: Nagel mit abgerundeter Kappe aus Kunststoff um Scheibenauflagen auf der Scheibe zu befestigen.

Wird fortgesetzt!

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