Bogensport-Lexikon: von FITA bis Gruppierung

Wir veröffentlichen in loser Folge Teile unseres Bogensport-Lexikons, das Sie als E-Book direkt hier über Amazon kaufen können.

Bogenschießen ist eine der technisch anspruchsvollsten aber auch faszinierendsten Sportarten. Gerade für Anfänger sprechen Bogenschützen oft eine eigene, verwirrende Sprache: Spinewert, Auszugslänge, Zuggewicht, Berger-Test, Einnocken … was ist das nur alles?

Diese und zahlreiche weitere Begriffe aus der Welt des Bogensports erklärt kurz und knapp aber verständlich und illustriert unser Bogensport-Lexikon. Es ist nicht nur Bogensport-Einsteiger gedacht. Auch gestandene „Bogner“ werden hier noch manche für sie neue Information finden.

FITA (Fédération Internationale de Tir à l’Arc): Seit Juni 2011 umbenannt in World Archery Federation (WA) – Internationaler Dachverband der Bogenschützen. Dieser Verband erarbeitet das technische und organisatorische Regelwerk nach dem bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften geschossen wird.

FITA-Runde / WA-Runde: Freiluft-Disziplin beim Bogenschießen, bei der die Damen jeweils 36 Pfeile auf eine Entfernung von 70, 60, 50 und 30 Meter schießen, die Herren dieselbe Anzahl von Pfeilen auf die Distanzen 90, 70, 50 und 30 Meter. In Deutschland nur noch im BVNW oder auf privaten Turnieren zu schießen.

FITA-Stern / WA-Stern: Es gibt insgesamt fünf verschiedene Auszeichnungen für ein geschossenes Ergebnis. Es gibt FITA-Sterne für folgende Schießleistungen. Den 1100er , den 1200er, den 1300er, den 1350er und schließlich den 1400er Stern.

Flämish Spleiß: Eine besondere Herstellungsart von Sehnen. Die Enden der Sehne (Schlingen am Ende der Sehnen) werden geflochten. Bogensehnen im flämischen Spleiß werden insbesondere für traditionelles Schießen verwendet.

Fletch Pod: Schutzhülle für die Befiederung eines Pfeils. Verhindert Beschädigungen.

Fliegender Anker: Der Bogen wird nicht im Anker gehalten, sondern Ziehen, Ankern, Lösen und Nachhalten erfolgen in einer ununterbrochenen, fließenden Bewegung.

Flu-Flu: Pfeil mit einer besonderen Befiederung. Hierbei wird der Pfeilschaft in der Regel mit sechs Naturfedern von etwa 10 cm Länge versehen. Dieses geschieht, um seine Flugweite zu reduzieren. In dieser Art befiederte Pfeile werden primär zum Jagen von Vögeln und Kleinwild eingesetzt.

Flugbahn: Die mehr oder minder gekrümmte Flugbahn eines Pfeils.

FOC (Front of Center): Schwerpunkt des Pfeils sowie der Spinewert. Die Abweichung des Schwerpunktes von der Pfeilmitte nennt man FOC. Als FOC – Richtwerte gelten für:

Aluminiumschäfte 7 – 9 %
Carbonschäfte (ACC) 9 – 11 %
Carbonschäfte ( ACE) 11 – 16 %
Carbonschäfte (X10) 14 – 20 %
Jagdpfeile 10 – 15 %

Je nach Steifigkeitsgrad spricht man von einem harten oder weichen Pfeil. Harte Pfeile haben die Eigenschaft nach links auszubrechen. Weiche Pfeile dagegen nach rechts. Die Steifigkeit eines Pfeiles kann man durch Änderung der Spitzengewichte beeinflussen. Schwerere Spitzen machen den Pfeil weicher.

Folierung: Kunststofffolie die auf das Schaftende des Pfeils geklebt wird. Die Befiederung wird darauf angebracht.

fps, ft/s feet per second: Abschussgeschwindigkeit des Pfeils nach Verlassen des Bogens, 100 fps entsprechen ungefähr 110 km/h.

Freestyle: Eine Disziplin beim Bogenschießen, bei der sämtliche Hilfsmittel zugelassen sind.

Furnier: Ein dünner Streifen festes, elastisches Material, welches auf den Bogenrücken geleimt wird.

Geschlossener Stand: Fußstellung des Bogenschützen. Fußspitzen und Fersen stehen parallel zur Schließlinie. Gewichtsverteilung sollte ca. 60% auf den Fußballen und ca. 40% auf den Fersen sein.

Gewundene Befiederung: Federn, die diagonal auf den Schaft geklebt werden.

Gipfelzuggewicht / Schwerlastpunkt: Das maximale Zuggewicht eines Compoundbogens das der Bogenschütze überschreiten muss, um die Reduktion zu erreichen.

Gold: Das Zentrum der Scheibenauflage, da der Neuner- und Zehnerring die selbe gelbe Farbe hat.

Goldfieber / Targetpanik: Negative psychische Einstellung des Bogenschützen beim Lösen in vielfältigen Erscheinungsformen wie Verreißen, Schwimmen, Einfrieren usw.

Grain: EnglischeGewichtseinheit, wobei 1 Grain 0,0648 g entspricht. Meist werden Pfeilspitzen nach diesem Gewicht spezifiziert. Üblich sind Spitzengewichte von 60 – 100 grain. Im modernen Bogensport kommen mittlerweile aber auch höhere Gewicht zum Einsatz. Stichwort: Pfeiltuning.

Grainwaage: Kleine Waage zum Auswiegen von Gewichten, Spitzen etc.

Griff: Art des Griffes, wie die Sehne gezogen wird.

Man unterscheidet nach Prof. E. S. Morse:
Mediterraner Ablass: Zeige, Mittel und Ringfinger auf der Sehne
Mongolischer Ablass: Daumen auf der Sehne, mit oder ohne Daumenring
Primärer Ablass: Daumen und Fingerspitze des Zeigefingers greifen/klemmen den Pfeilnock
Sekundär Ablass: Daumen- und mittleres Fingerglied des Zeigefingers greifen / klemmen den Pfeilnock
Tertiärer Ablass: Daumen und drei Finger auf der Sehne

Griff / Griffstück: Der Teil des Bogens, der mit der Hand gehalten wird.

Gruppe: Drei oder mehr Pfeile, die sehr nahe nebeneinander liegen. Keine großen Abweichungen auf horizontaler und vertikaler Lage.

Gruppierung: Beschreibt das Auftreffen der Pfeile einer Passe auf der Zielscheibe. Die Gruppierung ist sehr wichtig, um das Bogenmaterial optimal abzustimmen. Dabei müssen die Pfeile nicht im Zentrum der Scheibe liegen. Eine gute Gruppierung liegt vor, wenn die Pfeile eines Schützen möglichst nah beieinander liegen.

Fortsetzung folgt!

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