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Ganz wichtig: Sicherheitsregeln beim Bogenschießen

Pfeil und Bogen sind nach deutschem Recht keine Waffen, sondern „nur“ Sportgeräte.

Der vorsichtige Umgang damit und die Einhaltung einiger Regeln vor und während des Schießens sind aber unabdingbar dafür, dass es dabei zu keinen Verletzungen kommt:

  • Lassen Sie Kinder und Jugendliche niemals unbeaufsichtigt mit einem Bogen hantieren.

  • Prüfen Sie vor dem Aufspannen der Sehne, ob der Bogen in einwandfreiem Zustand ist. Weder Bogen noch Sehne dürfen Beschädigungen haben und der Bogen muss richtig zusammengebaut sein.

  • Nocken Sie einen Pfeil erst ein, wenn sichergestellt ist, dass sich keine Person im Gefahrenbereich befindet. Niemand darf vor der Schießlinie stehen, wenn ein Pfeil eingenockt wird.

  • Nie mit Bogen und Pfeil auf eine Person zielen.

  • Einen Pfeil nie in den Himmel abschießen, denn es besteht die Gefahr sich selber oder Dritte zu treffen.

  • Einen Pfeil nie abschießen ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Auch in diesem Fall besteht die Gefahr jemanden zu treffen.

  • Nur in für Bogenschießen ausgerüsteten Anlagen diesen Sport treiben, d.h. in dafür vorgesehenen offenen oder gedeckten Anlagen.

  • Die Ziele müssen derart positioniert werden, dass durch einen ungenauen Schuss nicht die Gefahr besteht eine Person zu treffen.

  • Die Sicherheitszone muss sich mindestens über 20 Meter hinter den Zielen erstrecken, außerdem muss ein “Sicherheitsradius” von 30 Grad auf jeder Seite des Schussgebiets festgestellt werden.

  • Als Sicherheitsmaßnahme müssen die Ziele vor Bodenerhebungen positioniert werden. Alternativ kann auch ein spezielles Pfeilfangnetz hinter den Zielen aufgespannt werden.

  • Wenn Sie einen Pfeil hinter den Zielen suchen, immer darauf achten den Bogen sichtbar vor das Ziel zu positionieren, damit andere Schützen ihn gut sehen können. Wenn möglich, einen anderen Schützen bitten sich vor das Ziel zu stellen damit nicht die Möglichkeit besteht, dass ein anderer schießt.

  • Beim Bogenschießen auf bereiteten Geländen oder in dreidimensionalen Wettkämpfen, darauf achten auf der gezeichneten Strecke zu bleiben und sich nur in die von der Folge der Ziele vorgesehenen Richtung zu bewegen. Auf dem Pfad oder auf einem nicht abgegrenzten Weg zurückzugehen kann auf die Bahn eines Pfeils führen und mögliche Schwerverletzungen verursachen.

  • Keine Pfeile mit breiter Spitze auf normale Ziele abschiessen, immer für diese Pfeile vorgesehenen Scheiben als Ziel verwenden.

  • Den Bogen regelmäßig kontrollieren und sich vergewissern, dass alle Teile fest und unbeschädigt sind und bei Zweifelsfällen sich an eine fachkundige Person wenden, bevor der Bogen wieder verwendet wird.

  • Den Zustand der Sehne überprüfen, weil es viel billiger ist eine Sehne zu kaufen als einen Bogen.

  • Die Sehne dem verwendeten Pfeil entsprechend spannen. Eine zu hohe Spannung kann den Bogen brechen und den Schützen verletzen. Ein altes Sprichwort sagt, dass ein höchstgespannter Bogen schon um 7/8 gebrochen ist!

  • Die Sehne nicht spannen wenn kein Pfeil aufgelegt ist, und vor allem die Sehne nur auslassen um einen Pfeil abzuschießen. Das nennt man “Leerschuss” und kann den Bogen beschädigen.

  • Während der Übungsschüsse ist die einzige sichere Stelle hinter der Schusslinie. Keinen Pfeil abschießen, wenn Sie nicht sicher sind, dass sich gegenüber von Ihnen oder hinter den Zielen keine Personen befinden. Genauso, sich vor einem Schuss nicht vor den Bogen, auch nicht neben den Schützen stellen.

  • Bevor Sie beginnen zu schießen auf ein mündliches Zeichen der verantwortlichen Person oder seines Stellvertreters warten.

  • Die Pfeile dürfen nur auf der Schusslinie abgeschossen werden und nur in Richtung der Ziele gerichtet werden.

  • Nachdem Sie abgeschossen haben, darauf warten, dass die verantwortliche Person oder sein Stellvertreter den Befehl „Pfeile holen“ geben, bevor Sie zu den Zielen gehen um die Pfeile zu holen.

  • Zu den Zielen gehen und nicht rennen. Nicht vergessen, dass die Pfeile in der Scheibe stecken und Sie verletzen können.

  • Wenn Sie die Pfeile von den Scheiben herausziehen, die Handlung seitlich durchführen und darauf achten, dass sich hinter Ihnen keiner befindet.

  • Wenn sich auf dem Feld Schützen befinden, die auf verschiedene Distanzen schießen, immer die Entfernung der Ziele modifizieren und nicht die der Schützen. Das bezieht sich auf die o.g. Regel eine einzige Schusslinie zu bestimmen und sich immer vor dieser Linie zu befinden.

  • Wenn Sie Pfeile mit breiten Spitzen verwenden, vergewissern Sie sich, dass diese wenn sie nicht verwendet werden immer mit der Schutzhaube gedeckt sind und mit ihnen sorgfältig umgehen, sowie Sie mit einer Rasierklinge umgehen würden.

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Der Deutsche Schützenbund e.V. hat eigene Sicherheitsregeln für Bogensportanlagen aufgestellt, die etwas allgemeiner gehalten sind:

  1. Jeder Sportler ist den Bestimmungen dieser Sicherheitsregeln, der jeweils gültigen Sportordnung und der Ausschreibung, die er durch seine Teilnahme anerkennt, unterworfen.
  2. Bei jedem Ausziehen des Bogens darf dieser nur so hoch gehalten werden, dass auch ein sich unbeabsichtigt lösender Pfeil nicht über den Gefahrenbereich hinaus (freies Gelände bzw. Pfeilfänge wie Netz, Wall, Gegenhang usw.) fliegen kann.
  3. Beim Auszug des Bogens im Spann- und Zielvorgang muss der Pfeil immer in Richtung der Scheibe bzw. Auflage zeigen.
  4. Grundsätzlich muss der Bogen immer so ausgerichtet sein, dass niemand durch einen sich unbeabsichtigt lösenden Pfeil gefährdet bzw. verletzt werden kann. Es darf nur geschossen werden, wenn sich deutlich erkennbar keine Personen in Schussrichtung im Gefahrenbereich vor oder hinter der Scheibe aufhalten.
  5. Jedes Schießen darf nur unter Aufsicht erfolgen. Den Weisungen der jeweiligen Aufsicht ist Folge zu leisten.
  6. Aufsicht kann jeder volljährige und erfahrene Bogensportler sein, der vom vertretungsberechtigten Vereinsvorstand oder dem jeweiligen Ausrichter hierzu eingeteilt bzw. ermächtigt worden ist.
  7. Eine Aufsicht darf selbst während der direkten Aufsichtstätigkeit nicht am Schießen teilnehmen. Eine zur Aufsichtführung ermächtigte Person darf schießen ohne selbst beaufsichtigt zu werden, wenn sichergestellt ist, dass sie sich allein auf der Bogensportanlage befindet. Bei Störungen ist das Schießen einzustellen. Es darf erst auf Anordnung der Aufsicht fortgesetzt werden.
  8. Sportler, die in leichtfertiger Weise andere gefährden, sind von der Teilnahme am Schießen auszuschließen und vom Bogenplatz zu verweisen. Personen, die durch ihr Verhalten den reibungslosen und sicheren Ablauf einer Veranstaltung stören oder zu stören versuchen, können vom Bogenplatz verwiesen werden.
  9. Rauchen im und vor dem Aufenthaltsbereich der Sportler ist untersagt.

Das klingt viel und dass kann man doch alles gar nicht beachten meinen Sie? Keine Sorge, schon nach kurzer Zeit des Schießens zusammen mit erfahrenen Bogenschützen werden Sie diese Regeln verinnerlicht haben.

Außerdem passen Bogenschützen während des Trainings gegenseitig aufeinander auf, sodass in der Praxis diese Regeln nahezu immer eingehalten werden. Und darum kommt es auch kaum zu nennenswerten Unfällen beim Bogensport. Fußballspielen ist wesentlich gefährlicher!

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.deutscher-bogensportverlag.de.

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