Pfeilfangnetze – was Sie bei Aufbau und Nutzung beachten sollten

Pfeilfangnetze – oder besser gesagt Pfeilstoppnetze – sind beim Bogenschiessen die ideale Ergänzung für jeden Schießplatz. Sie sorgen für zusätzliche Sicherheit für Mensch und Material. Selbst dann, wenn in einer Halle oder in Richtung einer Hauswand geschossen wird, ist ein Netz zu empfehlen.

Bei dieser Bezirksmeisterschaft schützen Pfeilfangnetze die Wände der Sporthalle und die Pfeile der Sportler – Foto: © Bert Mehlhaff
Ohne Netz kann der Pfeil, der sein Ziel verfehlt, unkontrolliert abprallen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Pfeil beispielsweise in Sporthallen wieder hinter der Schießlinie landet. Auch Abpraller nach rechts oder links sind möglich.

Ein Pfeilfangnetz schützt aber nicht nur Menschen, sondern auch das Material. Ein Pfeil, der gegen Stahl oder Stein prallt, ist meist hinüber. Holzwände bekommen Löcher. Ebenso Turnmatten, wie sie in meiner Trainingshalle hochgestellt an der Wand geparkt werden. Da wir nun ausgerechnet in Richtung der Matten schiessen müssen, hat unser Netz die Matten schon so manches Mal vor dem Durchlöchern geschützt.

Pfeilfangnetze gibt es in verschiedenen Materialien für verschiedene Bogenstärken. Standardmäßig gibt es sie in weiß (für leichtere Bögen) oder grün (für starke Bögen). Neben Standardgrößen (ab 1 Meter bis ca. 15 Meter) bieten zahlreiche Händler ihre Netze auch „endlos“ an, d.h. die genannten Preise verstehen sich pro laufenden Meter. So können alle gewünschten Breiten geliefert werden. In der Regel gehören zu jedem Netz auch die erforderlichen Karabinerhaken sowie ein Stahlseil zum Aufhängen.

Ein Stahlseil ist in der Regel auch notwendig, denn diese Netze aus Kunststoff sind schwer, sehr schwer. Ein Netz mittlerer Qualität wiegt bei einer Höhe von 3 Metern etwa 1,5-1,8 kg pro Längenmeter! Dadurch hängt auch ein Stahlseil schnell durch. Sinnvoll ist daher ein Spannsystem und bei größeren Netzen auch die eine oder andere Zwischenstütze.

Bei dieser Veranstaltung ist das Netz faltig aufgehängt. Man sieht auch sehr schön, dass sich dahinter noch Absperrungen befinden, die Personen in ausreichendem Abstand vom Netz halten.

Sofern das Netz sehr oft hin- und hergeschoben wird, sollten Sie statt der oft mitgelieferten Kunstoff-Karabinerhaken solche auf Stahl nachrüsten. Die Plastikhaken reiben sich bei häufigem Hin- und Herschieben auf dem Seil sehr schnell durch.

Achten Sie beim Aufhängen des Netzes darauf, dass dieses nicht völlig stramm sondern möglichst faltig hängt. So werden auftreffende Pfeile wesentlich besser gestoppt. Übrigens bietet kein Pfeilfangnetz hundertprozentige Sicherheit (darum wäre eigentlich die Bezeichnung Pfeilstoppnetz die bessere). Immer wieder einmal kann auch ein Pfeil das Netz durchschlagen. Daher ist es wichtig, dass sich unmittelbar hinter dem Netz keine Menschen und/oder Tiere befinden.

Außerdem sollte das Netzt möglichst nicht auf dem Boden aufliegen. Das Netz sollte frei schwingen können, um zumindest einen Teil der Energie des Pfeiles zu absorbieren. Dies erhöht die Stoppwirkung.

Weitere Hinweise zur Nutzung von Pfeilfangnetzen enthält unsere Anleitung für Pfeilfangnetze, die Sie hier herunterladen können.

Text und Fotos: © Martina Berg (Bogensport Deutschland)

2 Kommentare

  1. Hallo,die beste Stoppwirkung erreicht man wenn das Netz nicht auf dem Boden aufliegt.
    Gruß Michael

  2. Moin Michael!

    Danke für Ihren Hinweis.

    Ja, das ist richtig. Das Netz sollte schwingen können, um zumindest einen Teil der Energie des Pfeiles zu absorbieren.

    Viele Grüße
    Martina

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